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Karotten gelten als das Paradebeispiel für ein Gemüse, das gut für die Augen ist. Und tatsächlich steht in jeder Nährwerttabelle eine beeindruckende Zahl: 100 Gramm rohe Karotten liefern 835 Mikrogramm Vitamin A. Damit ist der Tagesbedarf eines erwachsenen Mannes fast gedeckt, der einer Frau sogar übererfüllt.

Diese Zahl ist richtig und trotzdem irreführend. Sie ist eine Rechnung auf dem Papier, die unterstellt, dass dein Körper das Beta-Carotin aus der Karotte zuverlässig in Vitamin A umwandelt. Genau das tut er aber nicht bei jedem Menschen gleich gut, und wie du die Karotte zubereitest, entscheidet zusätzlich darüber, wie viel überhaupt in deinem Blut ankommt.

Dieser Ratgeber zeigt dir beides: welche Vitamine in Karotten stecken und wie viel davon realistisch bei dir ankommt.

Hände ziehen frische Karotten mit anhaftender Erde aus dem Gartenboden im warmen Nachmittagslicht.
Welche Vitamine stecken in Karotten? Werte und Aufnahme

Beta-Carotin, das Vitamin das erst im Körper eines wird

Die leuchtend orange Farbe verrät den wichtigsten Inhaltsstoff der Karotte: Beta-Carotin. 100 Gramm rohe Karotten enthalten davon 8.285 Mikrogramm. Je intensiver das Orange, desto mehr steckt darin.

Beta-Carotin ist selbst noch kein Vitamin A, sondern eine Vorstufe davon, eine sogenannte Provitamin-A-Verbindung. Dein Körper wandelt sie nach Bedarf in Vitamin A um. Deshalb rechnen Nährwerttabellen den Beta-Carotin-Gehalt in Retinolaktivitätsäquivalente (RAE) um. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung setzt dafür an: 12 Mikrogramm Beta-Carotin entsprechen 1 Mikrogramm Vitamin A.

Was Vitamin A im Körper leistet

Vitamin A übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Es ist Bestandteil des Sehpigments Rhodopsin und damit für das Sehen bei schwachem Licht unverzichtbar
  • Es steuert Zellteilung und Zelldifferenzierung
  • Es ist am Aufbau von Haut und Schleimhäuten beteiligt
  • Es wird für eine normale Immunfunktion gebraucht

Der Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren bei 850 Mikrogramm Retinolaktivitätsäquivalent pro Tag für Männer und 700 Mikrogramm für Frauen.

Warum die Umrechnung nur auf dem Papier stimmt

Der Faktor 12 zu 1 ist ein Durchschnittswert, und er verdeckt eine sehr große Streuung zwischen einzelnen Menschen. Eine Untersuchung an der Universität Newcastle hat gezeigt, dass die Aufnahme und Umwandlung von Beta-Carotin außerordentlich unterschiedlich ausfällt: Der Anteil der Menschen, die auf Beta-Carotin aus der Nahrung nur schwach ansprechen, wird mit bis zu 45 Prozent angegeben.

Verantwortlich dafür sind unter anderem häufige Varianten im Erbgut rund um das Enzym BCMO1, das die Umwandlung vornimmt. Drei der untersuchten Varianten senkten dessen Aktivität um 59, 51 und 48 Prozent.

Das heißt nicht, dass Karotten für die Hälfte der Menschen nutzlos sind. Es heißt, dass die schöne Zahl aus der Nährwerttabelle eine Obergrenze beschreibt und nicht das, was garantiert bei dir ankommt. Wer sein Vitamin A ausschließlich über pflanzliche Quellen deckt, hat deshalb einen größeren Sicherheitsabstand nötig als die Tabelle vermuten lässt.

Alle Vitamine in Karotten auf einen Blick

Die folgenden Werte stammen aus der Nährstoffdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums und beziehen sich auf 100 Gramm rohe Karotten. Der Anteil am Tagesbedarf ist gegen die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren gerechnet.

Vitamin Pro 100 g roh Anteil Tagesbedarf Mann Anteil Tagesbedarf Frau
Vitamin A (als RAE) 835 µg 98 % 119 %
davon Beta-Carotin 8.285 µg Vorstufe, kein eigener Referenzwert
Vitamin K1 13,2 µg 19 % 22 %
Vitamin C 5,9 mg 5 % 6 %
Vitamin B6 0,138 mg 9 % 10 %
Vitamin E 0,66 mg 8 % 8 %
Folat 19 µg 6 % 6 %

Eine mittelgroße Karotte wiegt etwa 60 Gramm. Sie liefert also rund 500 Mikrogramm Vitamin A und damit etwa 60 Prozent des Tagesbedarfs eines Mannes oder 70 Prozent des Tagesbedarfs einer Frau. Rechnerisch, wohlgemerkt.

Vitamin K1 ist der zweitwichtigste Posten

Nach Vitamin A ist Vitamin K1 der Nährstoff, bei dem Karotten am meisten beitragen. Es wird für die Blutgerinnung gebraucht und spielt eine Rolle im Knochenstoffwechsel.

Wer gerinnungshemmende Medikamente vom Cumarin-Typ einnimmt, etwa Marcumar, sollte die Vitamin-K-Zufuhr gleichmäßig halten und Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt halten. Der Zusammenhang ist gut messbar: In einer Übersichtsarbeit erhöhte eine um 80 Prozent verringerte Vitamin-K-Zufuhr den INR-Wert innerhalb von sieben Tagen um fast 30 Prozent. Umgekehrt senkten je 100 Mikrogramm zusätzliches Vitamin K den INR-Wert rechnerisch um 0,2. Entscheidend ist dabei nicht der Verzicht, sondern die Gleichmäßigkeit.

Vitamin C liefern Karotten weniger als oft behauptet

Beim Vitamin C sind Karotten kein starker Lieferant. 5,9 Milligramm pro 100 Gramm decken je nach Geschlecht 5 bis 6 Prozent des Tagesbedarfs. Eine Paprika liefert ein Vielfaches davon. Wer Vitamin C sucht, sucht es besser woanders.

Dazu kommt: Vitamin C ist hitzeempfindlich und wasserlöslich. Beim Kochen geht ein Teil verloren. Für diesen einen Nährstoff ist die rohe Karotte also die bessere Wahl.

Vitamin B6, Folat und Vitamin E in kleinen Mengen

Vitamin B6 ist an über hundert enzymatischen Reaktionen beteiligt, unter anderem im Eiweißstoffwechsel. Karotten steuern rund ein Zehntel des Tagesbedarfs bei. Folat, wichtig für Zellteilung und in der Schwangerschaft besonders relevant, kommt auf etwa 6 Prozent. Vitamin E liegt bei rund 8 Prozent und wirkt wie Beta-Carotin als Antioxidans, das Zellmembranen vor oxidativem Stress schützt.

Keiner dieser drei Werte macht die Karotte zur Hauptquelle. In der Summe einer abwechslungsreichen Ernährung zählen sie trotzdem mit.

Was Karotten für die Augen wirklich tun

Der Volksmund hat hier ausnahmsweise recht, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. Vitamin A ist Bestandteil des Sehpigments Rhodopsin in den Stäbchenzellen der Netzhaut. Fehlt es, funktioniert das Sehen bei wenig Licht nicht mehr richtig.

Wie eng dieser Zusammenhang ist, zeigt eine ältere, aber sehr aussagekräftige Untersuchung an drei Menschen mit nachgewiesenem Vitamin-A-Mangel. Alle drei hatten Nachtblindheit und keine messbare Stäbchenfunktion. Nach Beginn einer Vitamin-A-Gabe war ihr Sehvermögen innerhalb von acht Tagen wieder normal, und parallel dazu normalisierte sich die Rhodopsin-Neubildung.

Daraus folgt aber nicht der Umkehrschluss. Wer bereits gut mit Vitamin A versorgt ist, sieht durch zusätzliche Karotten nicht besser. Der Effekt behebt einen Mangel, er steigert keine gesunde Funktion.

Lutein und Zeaxanthin halten weniger als erhofft

Karotten enthalten mit 256 Mikrogramm pro 100 Gramm auch Lutein und Zeaxanthin. Das sind zwei weitere Carotinoide, die keine Vitamine sind und die sich im Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhaut anreichern. Lange galt die Hoffnung, dass sie vor altersbedingter Makuladegeneration schützen.

Die große AREDS2-Studie hat das geprüft und die Erwartung nicht bestätigt. 4.203 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 50 und 85 Jahren erhielten über im Median fünf Jahre unter anderem 10 Milligramm Lutein und 2 Milligramm Zeaxanthin täglich. Die Wahrscheinlichkeit, zu einer fortgeschrittenen Makuladegeneration fortzuschreiten, lag nach fünf Jahren bei 29 Prozent gegenüber 31 Prozent unter Scheinmedikament. Dieser Unterschied war statistisch nicht bedeutsam.

Das spricht nicht gegen Karotten. Es spricht gegen die Vorstellung, ein einzelnes Carotinoid könne eine Augenerkrankung aufhalten.

Karotten und die Haut

Beta-Carotin lagert sich im Unterhautfettgewebe ab. Wer über längere Zeit sehr viel davon isst, kann eine leicht gelblich-orange Verfärbung der Haut bekommen, am deutlichsten an Handflächen, Fußsohlen und in den Nasolabialfalten. Der Zustand heißt Carotinodermie und ist harmlos. Er bildet sich zurück, sobald die Zufuhr sinkt.

Praktisch bedeutsam ist er aus einem anderen Grund: Er wird regelmäßig mit einer Gelbsucht verwechselt und löst dann Untersuchungen aus, die sich erübrigt hätten. Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal ist die Lederhaut des Auges. Bei einer Gelbsucht färbt sie sich mit, bei Carotinodermie bleibt sie weiß.

Dass Vitamin A für eine normale Hauterneuerung gebraucht wird, ist unbestritten, es steuert die Differenzierung der Hautzellen. Ein Mangel zeigt sich unter anderem in trockener Haut. Der Umkehrschluss gilt auch hier nicht: Mehr Karotten machen bei guter Versorgung keine bessere Haut, und ein Sonnenschutzmittel ersetzen sie ohnehin nicht.

Der Beitrag zum Immunsystem

Vitamin A wird für eine normale Immunfunktion gebraucht, das ist unstrittig und der Grund, warum es in jeder Aufzählung immunrelevanter Nährstoffe vorkommt. Es ist an der Reifung und Steuerung von Immunzellen beteiligt und hält Haut und Schleimhäute als erste Barriere intakt.

Daraus wird schnell mehr gemacht, als sich belegen lässt. Ein einzelnes Lebensmittel stärkt kein Immunsystem. Was gemessen zusammenhängt, ist ein insgesamt pflanzenreiches Ernährungsmuster über Jahre und ein geringeres Risiko für bestimmte chronische Erkrankungen. Karotten sind ein Baustein einer solchen Ernährung, nicht ihr Motor.

Aus demselben Grund taugt auch das Wort Superfood hier nicht. Es ist ein Marketingbegriff ohne wissenschaftliche oder rechtliche Definition, wie wir an anderer Stelle ausführlich erklärt haben. Die Karotte braucht ihn nicht. Ihre Werte sprechen ohne Etikett für sich.

So holst du am meisten aus der Karotte heraus

Bei kaum einem anderen Gemüse macht die Zubereitung einen so großen messbaren Unterschied. Der Grund liegt in der Zellstruktur: Beta-Carotin sitzt in den Pflanzenzellen fest eingeschlossen, und dein Verdauungstrakt kommt nur schwer daran.

Gedünstet und püriert schlägt roh

Das ist gut untersucht. In einer Studie mit acht Freiwilligen, bei denen sich die tatsächlich aufgenommene Menge exakt bestimmen ließ, wurden aus gekochten, pürierten Karotten 65,1 Prozent des Beta-Carotins aufgenommen, aus rohen, gehackten nur 41,4 Prozent. Dieselbe Menge Karotte, gut die Hälfte mehr Ertrag.

Der Unterschied entsteht, weil Hitze und mechanisches Zerkleinern die Zellwände aufbrechen. Für Vitamin C gilt allerdings das Gegenteil, es ist hitzeempfindlich. Die sinnvolle Strategie ist deshalb der Wechsel: mal roh als Snack, mal gedünstet oder als Suppe.

Etwas Fett dazu, mehr braucht es nicht

Beta-Carotin, Vitamin K und Vitamin E sind fettlöslich. Ohne Fett in derselben Mahlzeit nimmt dein Körper sie kaum auf. Die gute Nachricht: Die nötige Menge ist klein. Eine Übersichtsarbeit beziffert sie auf etwa 3 bis 5 Gramm Fett pro Mahlzeit, und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Faustregel schlicht einen Teelöffel Öl.

Ein paar Kombinationen, die das erfüllen:

  • Karottensalat mit einem Dressing aus Oliven- oder Leinöl
  • Gedünstete Karotten mit einem Stich Butter
  • Karottensuppe mit einem Schuss Sahne oder Kokosmilch
  • Karottensticks mit Hummus, der Sesammus enthält

Dieselbe Übersichtsarbeit zeigt auch, wie niedrig die Ausbeute aus Gemüse insgesamt ist: Aus einer Mischung verschiedener Gemüse wurden nur 14 Prozent des Beta-Carotins verfügbar, verglichen mit reinem Beta-Carotin in einer einfachen Trägerlösung. Zubereitung und Fett sind also keine Feinheiten, sondern der eigentliche Hebel.

Schälen oder bürsten

Direkt unter der Schale sitzen besonders viele Nährstoffe. Bei Karotten aus biologischem Anbau reicht gründliches Bürsten. Bei konventioneller Ware ist Schälen die vorsichtigere Wahl, weil Rückstände sich bevorzugt in den äußeren Schichten anreichern. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber über natürliche Lebensmittel.

Ganze, ungeschnittene Karotten halten sich kühl und dunkel gelagert besser als bereits zerkleinerte. Angeschnittene Flächen sind Angriffsfläche für Austrocknung und Abbau.

Warum Beta-Carotin aus der Kapsel etwas anderes ist

Dieser Punkt ist wichtig genug für einen eigenen Abschnitt, weil er oft falsch verkürzt wird. Beta-Carotin aus Lebensmitteln gilt als sicher. Dein Körper wandelt nur so viel in Vitamin A um, wie er braucht, eine Überdosierung auf diesem Weg ist nicht bekannt. Das Schlimmste, was passieren kann, ist die harmlose Gelbfärbung der Haut.

Bei hochdosierten Beta-Carotin-Präparaten sieht die Sache anders aus, und das ist keine theoretische Sorge. In einer finnischen Studie mit 29.133 männlichen Rauchern zwischen 50 und 69 Jahren, die über fünf bis acht Jahre täglich 20 Milligramm Beta-Carotin einnahmen, lag die Lungenkrebsrate 18 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe. Die Gesamtsterblichkeit lag 8 Prozent höher. Erwartet worden war das Gegenteil.

Die AREDS2-Studie beobachtete Jahre später dasselbe Muster: In der Gruppe mit Beta-Carotin traten mehr Lungenkrebsfälle auf als ohne, 23 gegenüber 11, überwiegend bei ehemaligen Rauchern. Die Autorinnen und Autoren empfahlen daraufhin, Beta-Carotin in der Nährstoffmischung zu ersetzen.

Die Schlussfolgerung ist unbequem einfach: Karotten essen ist eine gute Idee. Beta-Carotin in Kapselform auf eigene Faust einzunehmen ist keine, besonders nicht für Menschen, die rauchen oder geraucht haben. Wer eine Nahrungsergänzung erwägt, klärt das ärztlich ab. Wie essenzielle Nährstoffe am besten gedeckt werden, hängt ohnehin von der gesamten Ernährung ab und nicht von einem einzelnen Präparat.

Kurz zusammengefasst

Karotten sind ein günstiges, alltägliches Gemüse mit einem wirklich starken Wert: Vitamin A in Form von Beta-Carotin. Danach folgt Vitamin K1 mit rund einem Fünftel des Tagesbedarfs, alles Weitere ist Beiwerk.

Die wichtigsten Punkte:

  • 100 Gramm rohe Karotten liefern rechnerisch 835 Mikrogramm Vitamin A und decken damit fast den Tagesbedarf
  • Wie viel davon tatsächlich ankommt, schwankt stark, bis zu 45 Prozent der Menschen verwerten Beta-Carotin nur schwach
  • Gedünstet und püriert werden 65 Prozent aufgenommen, roh und gehackt nur 41 Prozent
  • Drei bis fünf Gramm Fett in derselben Mahlzeit genügen, ein Teelöffel Öl reicht
  • Für Vitamin C sind Karotten keine gute Quelle, dafür lohnt sich rohes Gemüse mit höherem Gehalt
  • Beta-Carotin aus der Kapsel ist nicht dasselbe wie aus der Karotte und für Rauchende nachweislich riskant

Wer Karotten regelmäßig isst, abwechselnd roh und gegart, und ein wenig Fett dazugibt, holt heraus, was drin ist. Mehr Aufwand braucht es nicht.

Quellen

  • U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service: FoodData Central, Datensatz Carrots, raw (SR Legacy, FDC ID 170393). fdc.nal.usda.gov (abgerufen am 10.09.2026)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin A, K, C, B6, E und Folat. dge.de (abgerufen am 10.09.2026)
  • Lietz G, Oxley A, Leung W, Hesketh J: Single nucleotide polymorphisms upstream from the beta-carotene 15,15'-monoxygenase gene influence provitamin A conversion efficiency in female volunteers. Journal of Nutrition 2012. doi.org/10.3945/jn.111.140756
  • Livny O, Reifen R, Levy I et al.: Beta-carotene bioavailability from differently processed carrot meals in human ileostomy volunteers. European Journal of Nutrition 2003. doi.org/10.1007/s00394-003-0430-6
  • van het Hof KH, West CE, Weststrate JA, Hautvast JG: Dietary factors that affect the bioavailability of carotenoids. Journal of Nutrition 2000. doi.org/10.1093/jn/130.3.503
  • Kemp CM, Jacobson SG, Faulkner DJ, Walt RW: Visual function and rhodopsin levels in humans with vitamin A deficiency. Experimental Eye Research 1988. doi.org/10.1016/s0014-4835(88)80076-9
  • Age-Related Eye Disease Study 2 Research Group: Lutein + zeaxanthin and omega-3 fatty acids for age-related macular degeneration (AREDS2). JAMA 2013. doi.org/10.1001/jama.2013.4997
  • The Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group: The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. New England Journal of Medicine 1994. doi.org/10.1056/NEJM199404143301501
  • Rohde LE, de Assis MC, Rabelo ER: Dietary vitamin K intake and anticoagulation in elderly patients. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 2007. doi.org/10.1097/MCO.0b013e328011c46c
  • Al Nasser Y, Jamal Z, Albugeaey M: Carotenemia. StatPearls, Treasure Island 2023. ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK534878

Häufige Fragen

Vitamin A, und zwar in Form seiner pflanzlichen Vorstufe Beta-Carotin. 100 Gramm rohe Karotten enthalten 8.285 Mikrogramm Beta-Carotin, was rechnerisch 835 Mikrogramm Vitamin A entspricht. Eine mittelgroße Karotte von etwa 60 Gramm kommt damit auf rund 500 Mikrogramm und deckt je nach Geschlecht 60 bis 70 Prozent des Tagesbedarfs.

Das hängt vom Nährstoff ab. Für Beta-Carotin sind gedünstete und pürierte Karotten klar besser: In einer Untersuchung wurden daraus 65,1 Prozent aufgenommen, aus rohen gehackten nur 41,4 Prozent. Vitamin C ist dagegen hitzeempfindlich und bleibt roh besser erhalten. Am sinnvollsten ist deshalb der Wechsel zwischen beidem.

Beta-Carotin, Vitamin K und Vitamin E sind fettlöslich, ohne Fett in derselben Mahlzeit nimmt dein Körper sie kaum auf. Die benötigte Menge ist klein: Eine Übersichtsarbeit nennt 3 bis 5 Gramm Fett pro Mahlzeit, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht von einem Teelöffel Öl.

Einen offiziellen Tageswert für Karotten gibt es nicht. Ein bis zwei mittelgroße Karotten täglich sind ein sinnvoller Beitrag zu einer abwechslungsreichen Ernährung. Bei sehr hohem Dauerkonsum kann sich die Haut harmlos gelblich verfärben, das nennt sich Carotinodermie und verschwindet wieder, sobald du weniger isst.

Nein, und der Unterschied ist erheblich. Aufnahme und Umwandlung von Beta-Carotin schwanken stark zwischen einzelnen Menschen, der Anteil der schwach ansprechenden Personen wird mit bis zu 45 Prozent angegeben. Ursache sind unter anderem verbreitete Varianten im Erbgut rund um das umwandelnde Enzym BCMO1. Die Angabe in Nährwerttabellen ist deshalb ein Durchschnitt, keine Garantie.

Nein, und für Rauchende sind sie riskant. In einer Studie mit 29.133 männlichen Rauchern, die täglich 20 Milligramm Beta-Carotin einnahmen, lag die Lungenkrebsrate 18 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe. Beta-Carotin aus Lebensmitteln gilt dagegen als unbedenklich. Eine Nahrungsergänzung gehört ärztlich abgeklärt.

Über den Autor: Christian Hager
Profilbild Christian Hager - Herausgeber, Redaktion und Autor
Christian Hager ist Herausgeber und Autor von ganzheitliche-gesundheit.at. Seit August 2023 arbeitet er bei EVOLUTION International, einem österreichischen Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel. In seinen Artikeln verbindet er persönliche Erfahrung, beruflichen Einblick und sorgfältig recherchiertes Wissen.

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